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W wie Wissen – essbare Blüten aus dem Garten

Die Sendung W wie Wissen war bei uns in der Manufaktur zu Gast und hat uns umfangreiche Fragen zum Thema essbare Blüten aus dem Garten gestellt. In der Sendung erfahren Sie welche Blüten essbar sind, wie sie schmecken und welche heilenden Wirkungen sie haben. Weitere Informationen finden Sie bei W wie Wissen auf der Homepage. 

REZEPTE AUS DER SENDUNG:

Chrysanthemen-Essig:
500 ml Weißweinessig
Blütenblätter von 10 Speisechrysanthemen (Chrysanthemum coronarium) oder anderen essbaren Sorten
Die Blüten mit dem Essig zusammen ca. 2 Wochen ziehen lassen, filtern und abfüllen.

Baguette mit Blüte
Ein Baguette quer aufschneiden und mit Frischkäse bestreichen. Dann frisch gepflückte Blüten der Saison darauf streuen und zart andrücken. Bei Bedarf leicht salzen.

Kalte Joghurt-Gurken-Suppe mit Kapuzinerkresse
Zutaten für 4 Personen:
2 Gurken
8 Kapuzinerkresseblätter
8 Kapuzinerkresseblüten
2 Zweige Minze
250 ml Gemüsefond
1 Becher Naturjoghurt
½ TL zerstoßener bunter Pfeffer
4 TL Olivenöl
½ TL Salz

Die Gurken schälen und in Stücke schneiden. Minze und Kapuzinerkresse waschen und abtrocknen. Die Gurkenstücke, den Gemüsefond, den Joghurt, das Olivenöl, die Minzblättchen und die Hälfte der Kapuzinerkresse in der Küchenmaschine pürieren. Mit Pfeffer und Salz abschmecken und im Kühlschrank durchkühlen lassen. Zum Servieren die Suppe mit je einer Kapuzinerkressenblüte und einem -blatt dekorieren.

Steak mit Chrysanthemenvinaigrette
Zutaten für 4 Personen:
Zutaten für das Rote-Bete-Mus
350 g Rote Bete
250 g Kartoffeln, gekocht
75 ml Milch
50 g Butter
120 ml Rote-Bete-Saft
Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
Zutaten für die Chrysanthemen-Vinaigrette
50 g Rote Bete, vorgegart
2 kleine rote Zwiebeln
6 EL natives Olivenöl extra
2 EL Chrysanthemen-Essig
Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
Chrysanthemenblütenblätter (von Speisechrysanthemen oder anderen essbaren Sorten)
500 g Hüftsteak (Raumtemperatur)
Öl zum Braten
Meersalz, Pfeffer aus der Mühle

Rote Bete und Kartoffeln in grobe Stücke schneiden und in einem Topf zusammen mit der Milch, der Butter und dem Rote-Bete-Saft aufkochen. Mit einem Kartoffelstampfer grob stampfen, mit Salz und Pfeffer würzen und warmstellen.

Für die Vinaigrette die Rote Bete und die Zwiebeln fein würfeln. Das Öl mit dem Essig verrühren, würzen und die Rote-Bete- und Zwiebelwürfel untermischen, dann die gezupften Blüten einrühren.

Den Backofen auf 140 °C Umluft vorheizen.
Das Fleisch waschen, gut trocken tupfen und im heißen Öl von beiden Seite für ca. 1½-2 Minuten je nach Dicke scharf anbraten. Die Steaks aus der Pfanne nehmen, in Alufolie wickeln und im Ofen bis zum gewünschten Garpunkt weitergaren. Vor dem Anschneiden das Fleisch etwas ruhen lassen. Die Steaks erst nach dem Garen würzen.

Zum Servieren das Fleisch in Streifen schneiden und zusammen mit der Roten Bete auf Tellern anrichten. Zum Schluss die Vinaigrette dazugeben und mit Chrysanthemenblüten dekorieren.

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Klee – Essbare Blüten im Porträt

Klee

Klee (Rotklee/Wiesenklee, Trifolium pratense)

Familie

Hülsenfrüchtler

Blütenfarbe

Rot, Rotviolett

HÖHE

10 – 40 cm

Hauptblütezeit

Mai – September

PFlanzenart

meist ausdauernde krautige Pflanze, selten ein- oder zweijährig

Standort

bevorzugt sonnig, nährstoffreich, frisch

Duft

leicht nach Nektar duftend

Vorbereitung

Für den Frischverzehr werden die roten Einzelblüten ausgezupft und alle Grünteile entfernt. Für die Zubereitung von Tee und dem traditionellen Klee-Wein und -Likör werden die ganzen Blütenköpfe verwendet, wenn vorhanden frisch, sonst getrocknet.

Geschmack und kulinarische Verwendung des Klee

Der Geschmack von Kleeblüten wird als „erbsenähnlich“ beschrieben, durch den Nektar ist er auch leicht süßlich. Auf jeden Fall haben die Blüten „Biss“ und sind so eine spannende Zutat in (Salat-)saucen. Sie können dekorativ über Salate, Kräuter- und Gemüsesuppen, Sandwiches und Fruchtdesserts gestreut oder in Butter, Frischkäse und Dips eingerührt werden. Auch machen sie sich in Eiswürfeln gut. Ganze Blütenköpfe können süß-sauer eingelegt werden und so als Beigabe zu Gemüse und Käse dienen.

Varietäten für die Küche

Der Weiß-Klee (Trifolium repens) kann gleichermaßen in der Küche verwendet werden wie der Rotklee. Auch die frischen Blüten des Wald-Sauerklees (Oxalis acetosella), der nicht mit dem Rotklee verwandt ist, sind mit ihrem erfrischend säuerlichen Geschmack in Maßen essbar.

Weitere Blütenporträts finden Sie in unserem Buch “Blütendinner – Besondere Menüs mit essbaren Blumen”

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Flockenblumen – Essbare Blüten im Porträt

Flockenblumen

Flockenblumen (Centaurea)

Familie Flockenblumen

Kornblütler

Blütenfarbe

Weiß, Gelb, Rosa, Pink, Violett und Blau

Hauptblütezeit

von Mai bis Oktober

Duft

bevorzugt sonnig, nährstoffreich, durchlässig

Duft

kein Duft

Vorbereitung

Vor dem Verzehr werden die Blütenblättchen vorsichtig ausgezupft.

Geschmack und kulinarische Verwendung der FLOCKENBLUME

Die bunten Blüten haben keinen ausgeprägten Eigengeschmack. Flockenblumen eignen sich frisch als essbare Dekoration auf Süßspeisen, Salaten, Suppen, Kartoffel-, Gemüse-, Fisch- und Fleischgerichten. Sehr schön sieht es aus, wenn man Frischkäsepralinen oder Butterkugeln in Glockenblumen wälzt. Getrocknet behalten die Blüten der Kornblumen ihre blaue Farbe und sind eine dekorative Beigabe in Tee-, Gewürz- und Kräutermischungen.

Varietäten für die Küche

Am bekanntesten unter den Flockenblumen ist die einjährige Kornblume (Centaurea cyanus) mit ihren blauen Blüten. Mehrjährig sind zum Beispiel Berg-Flockenblumen (C. montana), Wiesen-Flockenblumen (C. jacea) und Garten-Flockenblumen (C. delabata).

Weitere Blütenporträts finden Sie in unserem Buch “Blütendinner – Besondere Menüs mit essbaren Blumen”

 

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Magnolie – Essbare Blüten im Porträt

Magnolie – essbare Blumen

Magnolie (Magnolia)

Familie

Magnoliengewächse

Blütenfarbe

Weiß, Rosa, Purpur, selten Gelb

Hauptblütezeit

je nach Sorte von März (Stern-Magnolie) bis Juni (Sommer-Magnolie)

Duft

angenehm blumiger Duft

Vorbereitung

Die einzelnen Blütenblätter werden kurz vor dem Verzehr ausgezupft.

Geschmack und kulinarische Verwendung der Magnolie

Magnolienblüten haben je nach Sorte einen mehr oder weniger ausgeprägten, blumig-fruchtigen oder auch blumig-würzigen Geschmack. Die meist großen, eleganten Blütenblätter dekorieren sowohl süße als auch pikante Gerichte. Verzuckert verleihen vor allem die rosafarbenen Sorten Desserts und Torten etwas ganz Besonderes. Zum Verzuckern dem Eiweiß etwas Zitronensaft beigeben, damit sie sich nicht bräunlich verfärben.

Varietäten für die Küche

Die dickfleischigen Blüten der Tulpen-Magnolie (Magnolia x soulangeana), die von März bis April blüht, sind am aromatischten. Vorher schenkt uns die eher kleinwüchsige Stern-Magnolie (M. stellata) ihre strahlend weißen Blüten. Noch nicht so bekannt ist die Sommer-Magnolie (M. sieboldii), die mit eleganten, duftenden Schalenblüten aufwartet.

Weitere Blütenporträts finden Sie in unserem Buch “Blütendinner – Besondere Menüs mit essbaren Blumen”

 

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Kamelie – Essbare Blüten im Porträt

Kamelie – essbare Blumen

Kamelie (Camellia)

Familie

Teestrauchgewächse

Blütenfarbe

Weiß, Rosa und Rot mit auffallend gelben Staubgefäßen

Hauptblütezeit

Japan-Kamelien (Camellia japonica) von Februar bis Mai, Herbstblühende Kamelien (Camellia sasanqua) ab September

Duft

einige Sorten der Kamelie duften, die meisten leider nicht

Vorbereitung

Die Blütenblätter der Kamelie werden einzeln ausgezupft.

Geschmack und kulinarische Verwendung der Kamelie

Die einzelnen Sorten und Arten riechen und schmecken sehr unterschiedlich, hier ist es wichtig die Blüten vorher zu probieren. Duftende Kamelien verfeinern mit ihrem Aroma sowohl herzhafte wie auch süße Gerichte. Sie verleihen Salaten, Gemüse-, Reis- und Fleischgerichten ebenso eine aparte Note wie Desserts und Gebäck. In Japan wird Fisch im Kameliendampf gegart und die Blüten werden frittiert. Sie eignen sich außerdem zum Aromatisieren von Sirup, Essig und Sahne.

Varietäten für die Küche

Die rosa Blütenblätter der beiden winterharten Sorten ‘Dagmar Berghoff’ und ‘Loki Schmidt’ schmecken lecker und sehen bezaubernd aus. Duftende Blüten haben C. japonica ‘Kramer´s Supreme’, die Hybriden ‘Duftglöckchen’, Souza´s Pavlova’ und ‘Sweet Emely Kate’ sowie die Herbstblühenden Kamelien ‘Gay’, ‘Hina Juki’ und ‘New Dawn’. Generell duften kleinere und unscheinbare Blüten stärker als große und dunkel gefärbte.

Weitere Blütenporträts finden Sie in unserem Buch “Blütendinner – Besondere Menüs mit essbaren Blumen”

 

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Essbare Blüten – Einführung und Verwendung

Essbare Blüten

Wenn wir von Blumen und Blüten sprechen, so denken die Menschen zuerst an die Blumenpracht im Garten oder an einen schönen Strauß in der Vase. Dabei ist in Vergessenheit geraten, dass die meisten Blüten essbare Blüten sind und wie sie in der Küche verwendet werden können. So erging es auch mir, bis ich 2001 in Südfrankreich Urlaub machte.

Ich war schon öfter am Mittelmeer, doch dieses Mal war es anders. Die verschwenderische Fülle und der betörende Duft der Blüten in der Natur und in den Gärten beeindruckten und faszinierten mich sehr. Auf den Märkten wurden viele regionale Spezialitäten aus eben diesen essbaren Blüten angeboten und schmeckten köstlich. Hinzu kam die französische Lebensart und ihre Gabe, aus einem »einfachen« Gericht – hier war es eine Lauchtarte mit Lavendel – etwas ganz Besonderes zu machen.

Ich habe schon immer gern gebacken und gekocht, aber noch nie mit essbaren Blüten. Einige Jahre zuvor hatte ich mich mit einer kleinen Manufaktur selbstständig gemacht und stellte Liköre nach traditionellen Rezepten her. In meinen alten Kochbüchern aus dem 19. Jahrhundert, das wusste ich, gab es einige Rezepte mit essbaren Blüten, aber ich hatte mich bisher noch nicht daran gewagt. Man verwendete damals Veilchen, Rosen, Lavendel, Nelken und viele andere essbare Blumen mehr in der Küche.
Mit einem neuen französischen Kochbuch und einigen getrockneten essbaren Blüten im Gepäck machte ich mich auf den Weg nach Hause in meine Küche. Zuerst probierte ich natürlich Blütenliköre, dann Blütenzucker und Blütengelees aus. Meine Neugier/Leidenschaft war geweckt und ich beschäftigte mich intensiver mit der Blütenküche bzw. mit essbaren Blüten. Und zwar nicht nur mit der »süßen«, sondern auch mit der »herzhaften« Variante. Ich fand viele Rezepte, die ihre Wurzeln in der Vergangenheit hatten, aber auch viele aus anderen Kulturen. Doch jedes Mal bescherten sie mir ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis.
Ich erfuhr, welche Blüten essbar sind und wie man sie in der Küche verwenden kann. Mir ging es dabei nicht um die Dekoration von Speisen mit ein paar hübschen Blüten, sondern ich wollte mit den einzigartigen Aromen arbeiten und experimentieren und so einem Gericht eine besondere Note verleihen.
Vor drei Jahren legte ich einen »essbaren« Blütengarten an, der mittlerweile auch die frischen Zutaten für meine Blütenkochkurse liefert. Denn während die Kräuterküche in aller Munde ist und heute mit den exotischsten Gewürzen gekocht wird, steckt die Blütenküche noch in den Kinderschuhen. Viele Kursteilnehmer haben Blumen im Garten und ahnen nicht im entferntesten, dass sie essbar sind und welchen Genuss sie bereiten können. Oder kennen Sie den feinen Geschmack von Magnolien oder Jasmin? Haben Sie schon einmal Taglilien oder Chrysanthemen probiert? Ein Versuch lohnt sich auf jeden Fall. Dabei ist die Blütenküche sicher keine neue Modeerscheinung, sondern eine jahrhundertealte kulinarische Tradition. Es besteht kein Zweifel, dass essbare Blüten auch hier bei uns in Europa früher regelmäßig verwendet wurden und zum Küchenalltag gehörten. Diverse schriftliche Aufzeichnungen und Kochbücher aus dem 16. und 17. Jahrhundert, vor allem aus England, belegen dies.

Mit meinem Wissen, meinen Rezepten und Büchern möchte ich all diejenigen, die gern kochen und Freude am sinnlichen Lebensgenuss haben, in die Geheimnisse der Blütenküche einweihen. Die in meinen Büchern und auf dieser Webseite vorgestellten Menüs versprechen ganz besondere Gaumenfreuden und sind eine Quelle der Inspiration, unabhängig davon, ob Sie ein komplettes Menü zubereiten möchten oder nur einzelne Komponenten daraus. Alle Rezepte, so ausgefallen sie auch sein mögen, sind leicht nachkochbar. Darüber hinaus gibt es Basisanleitungen in die Blütenküche« mit Rezepten für Ihre Vorratsküche und als Grundlage für die Rezepte und Menüs. Lavendelhonig, Rosenzucker und Blütenessig sind nur einige davon. Wo immer es möglich ist, gebe ich an, wie man anstelle von frischen Blüten, die nicht jedem zur Verfügung stehen, auf getrocknete Blüten zurückgreifen kann.

Kommen Sie mit auf einen kleinen Ausflug in die »Entstehungsgeschichte« der jeweiligen Blüte und ihre traditionelle Verwendung in der Küche. Regelmäßig stelle ich Ihnen einzelne essbare Blüten im Porträt vor, schauen Sie dafüreinfach immer wieder auf der Seite Liste essbarer Blüten nach.
Bei meiner Recherche zu den essbaren Blüten lernte ich diese Geschichten aus der antiken Mythologie kennen und lieben und ich möchte Sie Ihnen zur Einstimmung in die Welt der essbaren nicht vorenthalten. Auf dieser Webseite und bei uns auf Instagram und Facebook findet der passionierte Hobbygärtner regelmäßig Tipps für den Anbau der Pflanzen im Garten und die geeigneten Sorten für die Küche.

Vielleicht haben auch Sie Lust mit uns in den Austausch zu treten oder mit uns wunderschöne Fotos zu teilen, welche die Schönheit der Blüten im Detail zeigen und Lust machen, sie in die Küche zu holen.
Ich möchte Sie nun einladen, mir in die faszinierende Welt der essbaren Blüten zu folgen. Vom Duft und Aroma berührt, kommt man ins Schwärmen und wird regelrecht verzaubert. Probieren Sie die Rezepte aus. Zu Beginn halten Sie sich vielleicht an meine Vorgaben, doch wenn die Leidenschaft Sie packt, entdecken Sie, dass es sehr viel mehr Spaß bereitet, ein Rezept nach eigenen Ideen und Vorlieben zu verändern und ihm so etwas ganz Persönliches zu verleihen.Denn essbare Blüten in der Küche verwöhnen all unsere Sinne, ihre Schönheit, ihr Duft und ihr Geschmack sprechen unsere Augen, unsere Nase und unseren Gaumen an.
Vielleicht ahnen Sie ja bereits, welche kulinarischen Entdeckungen die Blütenküche für Sie bereit hält …

Seien Sie bereit für neue Geschmackserlebnisse
Ich hoffe, es ist mir gelungen, Sie neugierig zu machen auf all die unbekannten und faszinierenden Geschmackserlebnisse, die essbare Blüten Ihnen bieten können. Doch bevor Sie zur Tat schreiten, möchte ich Ihnen noch ein paar Grundlagen mit auf den Weg geben. Denn es gibt Einiges zu beachten, damit Ihre kulinarische Entdeckungsreise ein voller Erfolg wird.Auch möchte ich Ihnen einen Einblick in Rezepte wichtiger Basisprodukte vermitteln, in denen Sie das Aroma der Blüten im Sommer einfangen und so noch im Winter genießen können.

Blüten für die Küche vorbereiten
Blüten sind eine wundervolle Bereicherung für die Küche. Doch um sicher zu gehen, dass dieser Genuss auch Genuss bleibt, beachten Sie bitte Folgendes: Die meisten Blüten sind essbar. Doch versuchen Sie bitte nicht, mit Blüten zu experimentieren, von denen Sie nicht eindeutig wissen, dass sie genießbar sind. Ich habe eine Liste mit essbaren Blüten zusammengestellt, die zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, Ihnen aber helfen soll, in das Thema einzusteigen. Trotzdem: Sind Sie sich unsicher, verzehren Sie die jeweilige Pflanze nicht.
Achten Sie darauf, dass die Blüten nicht mit Chemikalien und Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden. Herkömmliche Pflanzen aus dem Blumenladen eignen sich daher nicht zum Verzehr. Einige Supermärkte und Gemüsegeschäfte bieten speziell essbare Blüten an. Am besten ist es natürlich, sie im eigenen Garten nach ökologischen Grundsätzen anzubauen. Bei Wildpflanzen, die in der Nähe von konventionell bewirtschafteten Feldern wachsen, müssen Sie jedoch auch damit rechnen, dass diese mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind. Auch staubige Blumen vom Wegesrand sind ungeeignet.
Es ist auch nicht auszuschließen, dass Blüten bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen können. Entfernen Sie deshalb Pollen tragende Pflanzenteile, wie Staubgefäße und Stempel. Da Blüten aber nur gelegentlich und in kleinen Mengen auf dem Teller landen, sind Nebenwirkungen eher selten.

Frisch auf den Tisch
Blüten sind sehr empfindlich. Damit sie nicht verwelken, ist es ratsam, die Blumen erst unmittelbar vor der Verwendung zu pflücken. Am besten pflückt man essbare Blüten übrigens vormittags, wenn der Tau abgetrocknet ist und bevor die Sonne zu sehr scheint, da sich sonst die ätherischen Öle verflüchtigen. Duft und Aroma sind am intensivsten bei Blüten, die sich gerade erst geöffnet haben. Um versteckte Insekten loszuwerden, sollten Sie die ganzen Blüten kopfüber ausschütteln bzw. absuchen. Sie können die Blumen, wenn nötig, auch vorsichtig in kaltem Wasser abwaschen und anschließend trocken tupfen. Falls Sie nur die Blütenblätter verwenden möchten, sollten Sie diese erst direkt vor dem Servieren auszupfen. Ganze Blüten lassen sich in einer Schale mit Wasser einige Stunden frisch halten. Auf jeden Fall sollten Sie vor der Verwendung die Stiele und die grünen Kelchblätter entfernen, wenn möglich auch Staubgefäße und Stempel. Essbare Blüten von Phlox, Schlüsselblume, Ochsenzunge und Salbei lassen sich leicht vom Kelch abziehen, ohne dass die Blütenblätter beschädigt werden oder gar auseinander fallen. Bei anderen Blüten, wie zum Beispiel bei Stiefmütterchen, hat man oft die Blütenblätter einzeln in der Hand. Stockrosen lassen sich schwer vom Kelch abziehen, man schneidet oder zupft deshalb einfach die Blütenblätter ab. Rosenblüten dreht man am besten im Ganzen vom Kelch ab. Bei Ringelblumen, Gänseblümchen und Sonnenblumen können Sie die Blütenblättchen mühelos abziehen. Rosen und Nelken haben an der Basis der Blütenblätter einen weißen Ansatz, der bitter schmecken kann. Man schneidet ihn deshalb am besten mit einer kleinen Schere ab.

Essbare Blüten trocknen
Wenn in den Sommermonaten die Pflanzen in Hülle und Fülle blühen, ist dies eine gute Gelegenheit, für den Winter vorzusorgen. Die meisten Blüten lassen sich ohne Probleme trocknen. Dazu werden unbeschädigte Blüten auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung an warmen Tagen gepflückt, wenn der Tau gerade abgetrocknet ist.
Die leichteste Art, essbare Blüten zu trocknen, ist, sie locker gebündelt an den Stängeln kopfüber aufzuhängen. Dazu eignen sich warme, gut durchlüftete, möglichst dunkle Räume wie Dielen oder Dachböden. Die Blüten auf ein Gitter oder einen dünnen Gazestoff aufzulegen und so zu trocknen, ist ebenfalls gut möglich.
Sie können essbaren Blüten aber auch in der warmen Küche trocknen oder auf niedrigster Stufe im Backofen. Die Backofentür muss einen Spalt offen bleiben, damit die Feuchtigkeit abziehen kann. Die Trockentemperatur darf 35 Grad Celsius nicht übersteigen, da sonst die ätherischen Öle verfliegen. Wenn die essbaren Blüten rascheltrocken sind, werden sie in fest schließenden Gläsern oder Dosen kühl, dunkel und trocken aufbewahrt. Innerhalb eines Jahres sollten sie verbraucht werden. Wenn Sie getrocknete Blüten bei der Zubereitung eines Rezeptes nehmen, genügt die Hälfte der Menge, die Sie bei frischen Blüten verwenden würden.

Essbare Blüten in Gelees, Konfitüren und Honigen
Der in Gelees, Konfitüren und Honigen eingefangene Duft von Blüten verzaubert an Sommer- wie an Wintertagen, sowohl zum Frühstück als auch zum Nachmittagstee, unsere Sinne. Genießen Sie die Blütenaufstriche auf Croissants, Baguettes oder Vollkornbrot. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. In unserem digitalen Kochbuch finden ein paar Anregungen und die Grundrezepte mit auf den Weg geben. Doch schon bald werden Sie vielleicht entdecken, dass es sehr viel mehr Spaß macht, ein Rezept nach eigenen Ideen zu verändern und ihm so etwas ganz Persönliches zu verleihen.

Blütengelee
Für ein Rosengelee zum Beispiel benötigen Sie eine relativ große Menge an Rosenblüten. Vielleicht fällt es Ihnen schwer, die Duftrosen in Ihrem Garten zu pflücken. Doch wenn Sie am Ende auch nur ein oder zwei Gläser köstliches Rosengelee erhalten, die Sie mit Stolz und besonderer Freude genießen, hat sich das Opfer gelohnt.
Falls Sie keinen Garten haben, können Sie auf getrocknete Blüten in Bio-Qualität zurückgreifen, in den Rezepten habe ich die abweichenden Mengen mit vermerkt. Sie müssen auch beachten, dass die verschiedenen Blüten unterschiedlich stark im Aroma sind. Für ein Lavendelgelee benötigen sie z. B. weniger Blüten als für ein Rosengelee.

Blütenkonfitüre
Duftende Blüten und sonnengereifte Früchte bilden eine unschlagbare Kombination für außergewöhnliche Konfitüren. Auch hier gibt es wieder viele Variationsmöglichkeiten:
Himbeeren mit Rosenblüten, Heidelbeeren mit Veilchen, Kirschen mit Jasminblüten, Brombeeren mit Holunderblüten oder Erdbeeren mit Lavendel. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf! Kochen Sie Ihre Lieblingskonfitüre und geben Sie frische oder getrocknete Blüten hinzu.

Blütenhonig
Blütenhonige kann man nicht nur als Brotaufstrich und zum Süßen von Tee verwenden, sie eignen sich auch hervorragend zum Würzen und Marinieren in der herzhaften Blütenküche. Es gibt viele Verwendungsmöglichkeiten, z. B. in Salatsaucen, über gratiniertem Ziegenkäse oder auf Früchtetartes.

Essbare Blüten in Getränken
»Blüten träumen in Getränken«, diese Vorstellung finde ich sehr passend. Es sieht wunderschön aus, wie die Blüten langsam ihre Farbe an die Flüssigkeit um sie herum abgeben. Aber es ist ja nicht nur die Farbe, sondern vor allem auch ihr Aroma. Seit ewigen Zeiten stellt man Blütenauszüge her und erhält ganz unterschiedliche Getränke, je nachdem, ob man die essbaren Blüten mit Wasser aufgießt für Tee, Limonade oder Sirup oder sie in Alkohol ziehen lässt für Liköre oder Elixiere. Auch kann man Wein und Branntwein mit essbaren Blüten aromatisieren und hält so für jede Gelegenheit das richtige Getränk bereit.
Beide vorgestellten Getränke, sowohl der Sirup als auch der Likör, eignen sich hervorragend als Basis für eine duftende Bowle mit Blüten und/oder Früchten.
Werden Sie kreativ!
Sehr erfrischend an heißen Sommertagen ist zum Beispiel mit Mineralwasser aufgegossener Holunderblütensirup. Er lässt sich aber auch sonst sehr vielseitig verwenden: als aromatische Zutat in Sekt oder Champagner, zur Geschmacksverfeinerung in Sorbets, Obstsalaten oder anderen Desserts, im Winter mit heißem Wasser aufgegossen als »Erkältungstee« …
Sirup kann man aus den unterschiedlichsten essbaren Blüten herstellen. Versuchen Sie doch einmal Rosensirup, Veilchensirup oder Lavendelsirup, Hibiskussirup (hier am besten die getrockneten Hibiscus sabdariffa-Blüten verwenden) oder Sirup aus Duftpelargonienblättern.

Essbare Blüten in Zucker
Essbare Blüten können nicht nur umwerfend duften, sondern auch hinreißend schmecken. Besonders, wenn sie verzuckert werden, denn Zucker verstärkt ihr feines Aroma. Auf diese Weise konservierte Blüten sind wahre Köstlichkeiten und sehen wunderschön aus.
Das Verzuckern von essbaren Blüten erfordert vor allem Geduld, ist aber nicht so schwierig, wie es vielleicht aussehen mag. Geeignet sind fast alle essbaren Blüten, besonders aromatisch und dekorativ sind aber Veilchen, Rosen, Nelken und Magnolien.
Die einfachste Methode, essbare Blüten zu verzuckern, ist die Verwendung von Eiweiß und Zucker. Kleinere Blüten können im Ganzen verzuckert werden, bei größeren ist es oft besser, nur einzelne Blütenblätter zu verzuckern, doch lassen sich mit etwas Geduld auch die ganzen Blüten so behandeln.
Kandierte Veilchen sind aus der Patisserie nicht mehr wegzudenken, aber sie verzaubern auch cremige Desserts und Obstsalate. Kandierte Blüten Früher hat man die Blüten oft kandiert, das heißt, sie in einen heißen Sirup getaucht. So »präparierte« Blüten halten sich etwas länger. Das Aroma süßer Blüten lässt sich auch durch die Herstellung von Blütenzucker einfangen. Je stärker der Duft der Blüten, umso aromatischer das Ergebnis. Blütenzucker kann man über Obstsalat, Gebäck oder Joghurt streuen. Sie können damit auch Tee oder Sahne süßen.

Blüten in Eis
Eis ist keine Erfindung unserer Tage. Bereits vor über 3000 Jahren stellten die Chinesen Speiseeis aus einer Mixtur von Schnee, Milch und Fruchtsäften her. Auch die alten Griechen verstanden es, Schnee vom Olymp mit Honig, Fruchtsäften und Wein zu verfeinern. Heute haben wir es bedeutend einfacher: In fast jedem Haushalt befindet sich ein Tiefkühlgerät und oftmals sogar eine kleine Eismaschine. Der Kreativität sind dabei keinerlei Grenzen gesetzt. Besonders reizvoll sind in Eis konservierte essbare Blüten. Auf diese Weise verzierte Eiswürfel lassen leichte, fruchtige Sommergetränke mit oder ohne Alkohol dekorativ erblühen. Sie können aber auch als Blickfang in einer gekühlten Suppe dienen. Die Auswahl geeigneter Blüten ist groß, wie zum Beispiel alle Arten von Duftpelargonien, Zwergrosen, Borretsch, Nelken, Nachtviolen und Veilchen. Besonders schön wirken Blüten mit außergewöhnlichen Formen.

Essbare Blüten verzaubern Vorspeisen und träumen in Getränken.
Sie bereichern herzhafte Hauptgerichte und entfalten ihr dezentes Aroma in delikaten Desserts. Die Möglichkeiten, ihnen ungekannte Genüsse zu entlocken, scheinen unerschöpflich. Probieren Sie es aus!

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Dahlien – Guter Geschmack und Eleganz

Dahlien essbar

Keine andere Blume zeigt einen solchen Reichtum an Blütenformen. Dahlien schmücken sich mit liebreizenden, kleinen Blütenbällen wie die der Pompon-Dahlien oder auch mit riesengroßen, dekorativen Blüten.

Guter Geschmack und Eleganz
Rote Rosen, weiße Rosen,
Primeln, Tulpen und Narzissen,
Dahlien von hundert Farben
Sah ich durcheinander sprießen!
Purpur, Gold, Azur und Silber
Flimmerten in Wechseltönen,
Lila, Rosa, heitres Meergrün
Mussten Glanz mit Glanz versöhnen!
Gottfried Keller (1819–1890)

Da Dahlien mit so vielen unterschiedlichen Erscheinungsformen und einer unerschöpflichen Farbenvielfalt begeistern, fällt es leicht, den fehlenden Duft zu verzeihen.
Ursprünglich stammt die Dahlie aus Mexiko, dem Reich der Azteken. Die Azteken nutzten den Knollensaft von Dahlien als Heilmittel und behandelten damit Blähungen und Magenbeschwerden, aber auch Verletzungen und Knochenbrüche. Inzwischen ist pharmakologisch nachgewiesen, dass Dahlienknollen Benzoesäure enthalten und deshalb antibiotisch wirksam sind. Zugleich waren Dahlienknollen aufgrund ihres hohen Stärkegehalts ein wertvolles Nahrungsmittel für die Indianer. Geringe Mengen an Vanillin und andere ätherische Öle sorgten für einen angenehmen Geschmack. Allerdings sind Dahlienknollen wegen ihres hohen Insulingehalts nur in geringen Mengen zum Verzehr geeignet.

essbare Dahlienblüten

Über die traditionelle Verwendung von Dahlienblüten ist wenig bekannt. Dafür eroberten Dahlienblüten in den letzten Jahren die Herzen zahlreicher kreativer Köche. Die Blüten schmecken würzig-säuerlich, manchmal leicht bitter. Eine Beigabe von etwas Zucker mildert den Geschmack. Vor allem als Salat zubereitet sind sie eine echte Delikatesse.
Aber auch Suppen, Saucen und Gelees lassen sich mit Dahlienblüten verfeinern. Wie fast alle Blüten eignen sich Dahlienblüten auch zum Aromatisieren von Spirituosen.

Empfehlenswerte Sorten für die Küche Da sie über keinen aromatischen Duft verfügen, können
wir uns bei den Dahlien nicht von der Nase leiten lassen. Es gibt einige Wildformen, die leicht nach Honig duften wie beispielsweise die Dahlie ›Nagels odorant‹. Züchter sind um den Erhalt solcher Sorten bemüht und versuchen sich an Neuzüchtungen duftender Dahlien. So bietet der Hamburger Dahliengarten exklusiv die gelb blühende Dahlie ›Heini‹, die ebenfalls Honigduft verströmt. Jedoch sind alle Dahlien essbar.
Wählen sie also einfach diejenigen aus, die ihnen am besten gefallen, wobei der Geschmack dunkelfarbiger Dahlien kräftiger ist der von Dahlien mit hellen Blüten.

Probieren Sie einmal unsere Dahlien-Rezepte:

https://www.von-blythen.de/dahlien-syllabub/
https://www.von-blythen.de/zanderfilet-an-dahlienschaum-mit-roesti/