Veröffentlicht am

Die Rose und ihre kostbaren Essenzen

Rose

Rose – Rosa damascena, Rosa gallica und Rosa centifolia

Seit Jahrtausenden begleiten Rosen die Menschen und erfreuen ihre Sinne. Aber auch ebenso lange werden sie als Heilmittel verwendet. Rosenblüten wurden als entzündungshemmendes Mittel und bei Verdauungsstörungen eingesetzt. Ihre ätherischen Öle wirken harmonisierend auf Körper, Geist und Seele und galten vielerorts als Stärkungsmittel.
Was früher als „Erfahrungsmedizin“ oder „Volksheilkunde“ galt, ist jetzt medizinisch bestätigt. Allerdings ist die Heilwirkung von Rosenblüten heute vielerorts in Vergessenheit geraten.

Der für medizinische Zwecke verwendete Pflanzenteil der Rose ist ihre Blüte. Die bei Vollreife geernteten und getrockneten Kronblütenblätter sind reich an wertvollen Gerbstoffen und helfen zum Beispiel bei leichten Entzündungen im Bereich der Mund- und Rachenschleimhaut. Die Gerbstoffe wirken in erster Linie zusammenziehend und sind an dem leicht pelzigen Gefühl im Mund beim Trinken einer Tasse Rosenblütentee erkennbar. Die so entstandene „Schutzschicht“ sorgt dafür, dass sich die darunter liegende Schleimhaut regenerieren kann und schließlich abheilt.
Außerdem enthalten Rosenblüten ätherische Öle, deren Hauptinhaltsstoffe Citronellol, Geraniol und Nerol sind. Die am meisten verwendete Rosenart ist hier die Rosa damascena und für 1 kg ätherisches Rosenblütenöl werden ca. 5000 kg Rosenblüten benötigt.
Als kondensierter Wasserdampf bei der Destillation entsteht das Rosenwasser. Es gilt, in Kompressen verwendet, als kühlendes und entzündungshemmendes Mittel bei Bindehautentzündungen, Sonnenbrand, entzündeten Wunden und Fieber.

Anwendungsmöglichkeiten und deren Heilwirkungen:

Tee/Aufguss: 1 TL Rosenblüten (am besten Rosa gallica und Rosa centifolia, unbehandelt) mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abgießen, 3-4 x tgl. 1 Tasse trinken, als Mundspülung oder als Kompresse auflegen

Wirkung:
entzündungshemmend, antiseptisch, wundheilungsfördernd, zusammenziehend, „stopfend“ bei Durchfall, blutreinigend, harntreibend, zur Kräftigung des Immunsystems

Ätherisches Rosenblütenöl:
in Verdünnung als Massageöl, zur Raumbeduftung, zum Inhalieren, in der Hautpflege … Für die jeweilige Dosierung bitte in der Fachliteratur informieren. Beim Kauf von Rosenöl auf Bio-Qualität achten!

Physische Wirkung:
antibakteriell, virenhemmend, entzündungshemmend, wundheilend, lindernd bei Kopfschmerzen und Menstruationsbeschwerden, krampflösend, leberstärkend

kosmetisch: hautregenerierend, feuchtigkeitsspendend, durchblutungsfördernd, zellerneuernd, reinigend

Psychische Wirkung:
entspannend, ausgleichend, harmonisierend, stressreduzierend, stimmungsaufhellend, aph­ro­di­sie­rend, schlaffördernd

Rosenblütenwasser (Hydrolat) als Kompresse, Gesichtswasser, zum Auswaschen von Wunden usw.
Wirkung:
antibakteriell, antiviral, antimykotisch, entzündungshemmend, abschwellend, hautstraffend, reguliert den Feuchtigkeitshaushalt der Haut, durchblutungsfördernd, juckreizstillend, kühlend, wundheilend, lymphflussanregend

Veröffentlicht am

Essbare Blüten und ihre kostbaren Essenzen

Pflanzenheilkunde

Die „Manufaktur von Blythen“ ist bekannt für ihre Blüten-Spezialitäten voller Duft und Aroma, die außergewöhnliche Genussmomente schenken und unsere Sinne verwöhnen. Doch was genau sorgt in den verwendeten Blüten für ihren feinen Duft und aromatischen Geschmack? Was haben essbare Blüten, neben ihrer beeindruckenden Optik, noch zu bieten?

Ich möchte Ihnen unter dem Titel „Essbare Blüten und ihre kostbaren Essenzen“ aufzeigen, welche heilkräftigen Inhaltsstoffe in den Blüten schlummern und wie wir sie für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit nutzen können.

In der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) spielen Auszüge oder Tees eine große Rolle, es ist auch die einfachste Art, Heilmittel zuzubereiten. Die getrockneten oder auch frischen Blüten werden mit siedendem Wasser übergossen und dann einige Zeit ziehen gelassen. Hierbei werden die wasserlöslichen Stoffe wie zum Beispiel Flavonoide, Gerbstoffe, Schleimstoffe und bestimmte Aromastoffe freigesetzt.
Ein eigenständiger Teil der Pflanzenheilkunde ist die Aromatherapie, das Heilen mit ätherischen Ölen und Pflanzenwässern. Als Therapieform ist sie ausgebildeten Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten, doch auch Laien können sich ihre wohltuende Wirkung im privaten Bereich, zum Beispiel in Form von Duftlampen, Badezusätzen oder eben auch in der Blütenküche, zunutze machen. Ätherische Öle sind die Duftstoffe der Pflanzen. Sie sitzen in winzigen Öltröpfchen in oder auf dem Pflanzengewebe und sind hochkonzentrierte Substanzen mit einem komplexen chemischen Aufbau und großer Heilwirkung. Bei ihrer Gewinnung, meist durch Wasserdampfdestillation, entsteht als Kondensat das Pflanzenwasser (Hydrolat), das sowohl die öllöslichen wie auch die wasserlöslichen Inhaltsstoffe der Pflanzen enthält.

Im nächsten Post möchte ich diese Reihe mit der Rose beginnen, der Königin der Blumen. Es folgen dann Lavendel, Jasmin, Orangenblüten, Kamille, Schafgarbe usw., alles Blüten mit kostbaren Essenzen.

Viel Freude beim Lesen,
Ihre Martina Göldner-Kabitzsch

Mein Hintergrund:

Als ausgebildete Kinderkrankenschwester lernte ich während meiner Arbeit in einem Schweizer Kinderspital die wohltuende Wirkung ätherischer Öle kennen. Es folgte eine Ausbildung zur Aromaexpertin, in der ich die heilkräftigen Wirkungen der ätherischen Öle und deren Anwendung vermittelt bekam.

Veröffentlicht am

PRACHTSPIERE (Astilbe) – Essbare Blüten im Porträt

prachtspiere

PRACHTSPIERE (Astilbe)

Familie

Steinbrechgewächse

Blütenfarbe PRACHTSPIERE

Blütenrispen von Weiß über Rosa und Rot bis hin zu Purpurlila

BlütenfORM PRACHTSPIERE

große, endständige, oft verzweigte, rispige Blütenstände; einige kerzenartig straff aufrecht stehend, andere zart fedrig und überhängend

prachtspiere
HÖHE

von 15 cm bis 1 m

Hauptblütezeit

von Mai bis Juni

PFlanzenart

ausdauernde krautige Pflanze

Standort

bevorzugt halbschattig, nährstoff- und humusreich, frisch-feucht

Duft

Einige Sorten verströmen einen süßen, honigartigen Duft.

Vorbereitung

Die kleinen Blüten werden von den Rispen gestreift oder geschnitten.

Geschmack und kulinarische Verwendung der PRACHTSPIERE

Die feinen Blüten haben keinen ausgeprägten Eigengeschmack und sind somit eine wunderschöne Garnitur für alle süßen und pikanten Speisen. Sie eignen sich hervorragend um Frischkäsepralinen darin zu rollen oder Butter zu schmücken.

Varietäten für die Küche

Nur wenige Pflanzen mit essbaren Blüten blühen selbst im Schatten so üppig wie die Prachtspieren. Besonders interessant sind die vom deutschen Staudengärtner Georg Arends gezüchteten Garten-Astilben (Astilbe x arendsii) oder die China-Astilben (Astilbe chinensis).

astilbe

Weitere Blütenporträts finden Sie in unserem Buch “Blütendinner – Besondere Menüs mit essbaren Blumen”

Veröffentlicht am

Endlich ist es soweit – die Holunderblütenzeit ist da.

holunderblüten

Bevor Sie mit dem Ernten beginnen, darauf achten, dass keine Läuse am Blütenstiel
und unter den Blüten sind, sie siedeln sich gerne dort an. Die Blütenstiele werden im Ganzen gepflückt und können auch so getrocknet werden. Möchten Sie das Aroma in Essig, Sirup, Wein usw. „einfangen“, schneiden Sie die Blüten so knapp wie möglich von der Dolde und legen Sie sie ein. Zum direkten Verzehr werden die einzelnen Blütensternchen abgezupft.

Holunderblüten haben ein einzigartiges Aroma und dienen so als geschmacksgebende Komponente für Getränke, süße und pikante Speisen. Konfitüren, Gelees und Chutneys, aber auch Gebäck, Brote und Pralinen erhalten durch ihre Zugabe ein ganz besonderes Aroma. Köstlich ist zum Beispiel eine geschmorte Lammschulter mit Holunderblütengelee glasiert. Blütendolden können in Teig ausgebacken werden. Getrocknete Blüten sind ein wertvoller Heiltee.

holunderblüten

Veröffentlicht am

Waldmeistergeschmack ist einzigartig

Waldmeister

Waldmeister

Pünktlich zur Waldmeistersaison von Ende April bist in den Juni möchten wir Ihnen den Waldmeister vorstellen.
Waldmeistergeschmack ist einzigartig. Er wird vor allem zum Ansetzen der Maibowle, für Limonade, Sirup und Eis verwendet. Er harmoniert bestens mit Erdbeeren und Aprikosen und verleiht Desserts, Pralinen, Kuchen und Gebäck eine besondere Note. Doch Waldmeister kann auch wunderbar Fisch- und Fleischgerichte mit seinem Aroma bereichern. Die kleinen frischen Blüten schmücken Getränke und alle süßen und pikanten Speisen.

Waldmeister riecht zart und das darin enthaltene Cumarin ist verantwortlich für das typische Waldmeisteraroma: Es riecht würzig, vanillig-süß und leicht nach Heu. Waldmeister ist in der Verwendung intensiv und sollte auch wegen seines Cumaringehaltes vorsichtig dosiert werden: Die Blüten sind unbedenklich.

Zum Aromatisieren mit Waldmeisterkraut werden die Stängel gepflückt und vor der Weiterverarbeitung (an-)getrocknet oder auch eingefroren. Dadurch gewinnt und behält es sein typisches Aroma. Die Blüten werden frisch gezupft und hauptsächlich zur Dekoration verwendet.

Waldmeister

Rezepttipp Maibowle:

Weißwein, Bund Waldmeister in den Wein 24 Stunden ziehen lassen, abseihen und mit eisgekühltem Sekt oder Mineralwasser ausgießen und in Stückchen geschnittene Erdbeeren dazugeben. Mit den Blüten dekorieren und servieren.

Maibowle

Veröffentlicht am

FLIEDER (Syringa) – Essbare Blüten im Porträt

Flieder

FLIEDER (Syringa)

Familie

Ölbaumgewächse

Blütenfarbe Flieder

Weiß, Hell- und Dunkelviolett

HÖHE

2-6 m

Hauptblütezeit

von Mai bis Juni

PFlanzenart

sommergrüner Strauch

Standort

bevorzugt sonnig, nährstoffreich, durchlässig

Duft

Betörender Fliederduft

FliederVorbereitung

Flieder wird in Rispen gepflückt, für den Verzehr werden die einzelnen Blüten dann aber vorsichtig ausgezupft und die grünen Kelchblätter entfernt, Staubgefäße und Narbe
dürfen bleiben.

Geschmack und kulinarische Verwendung des FLIEDER

Frische Fliederblüten schmecken süß-herb und eignen sich bestens zum Garnieren von Salaten, süßen Desserts, Früchten und Torten. Sie aromatisieren aber auch Essig, Likör, Zucker und Sahne. Fliederblüten-Sirup veredelt Getränke, Bowlen, Sorbets und Eis. Die kleinen verzuckerten Blüten sehen wunderschön auf Pralinen aus, in Eiswürfeln eingefroren verzaubern sie Cocktails und Limonaden.

Varietäten für die Küche

Neben dem Gemeinen Bauernflieder (Syringa vulgaris) gibt es mittlerweile viele Zuchtformen, die unter dem Namen „Edelflieder“ gehandelt werden, mit einfachen oder gefüllten Blüten, ein- oder zweifarbig.

Weitere Blütenporträts finden Sie in unserem Buch “Blütendinner – Besondere Menüs mit essbaren Blumen”

Veröffentlicht am

(Duft-) Veilchen – Essbare Blüten im Porträt

Duft- Veilchen

(DUFT-) VEILCHEN (Viola odorata)

Familie

Veilchengewächse

Blütenfarbe

Violett, selten Weiß und Rosa

HÖHE

5-10 cm

Hauptblütezeit

von März bis April, manchmal im Herbst ein zweites Mal

PFlanzenart

ausdauernde, krautige Pflanze

Standort

bevorzugt halbschattig, nährstoffreich, mäßig feucht

Duft

unvergleichlicher, süßer Veilchenduft

Vorbereitung

Die Blüten pflücken, sobald sie sich öffnen. Die ganze Blüte einschließlich ihres Staubgefäßes ist essbar, sie werden an der Basis vom Stängel abgezwickt. Die Blüten können getrocknet werden.

Geschmack und kulinarische Verwendung des VEILCHEN

Veilchenblüten mit ihrem süßen, blumigen Duft und Geschmack aromatisieren Essig, Wein, Likör, Zucker, Honig, Konfitüren, Gelees, Sirup und Blütenbutter. Sie sind eine wunderschöne und köstliche Bereicherung auf Salaten, Suppen, Kartoffel-, Pasta- und Reisgerichten, schmecken aber auch zu Meeresfrüchten, Käse und Pasteten. Sie veredeln frisch oder verzuckert Desserts, Pralinen, Gebäck und Torten und harmonieren bestens mit Schokolade und Früchten. In Eiswürfeln schmücken und aromatisieren sie Getränke, frisch oder getrocknet auch Tees.

Varietäten für die Küche

Die bekanntesten Garten-Veilchen sind Horn-Veilchen (Viola cornuta) und Stiefmütterchen (Viola x wittrockiana) mit ihren größeren, oft mehrfarbigen schönen Blüten. Sie sind, wie auch das Wilde Veilchen (Viola tricolor), ebenfalls essbar, haben allerdings kaum Aroma.

Weitere Blütenporträts finden Sie in unserem Buch “Blütendinner – Besondere Menüs mit essbaren Blumen”

In unserem digitalen Kochbuch finden Sie einige leckere Rezepte mit Veilchenblüten, wie zum Beispiel:

Veröffentlicht am

Klee – Essbare Blüten im Porträt

Klee

Klee (Rotklee/Wiesenklee, Trifolium pratense)

Familie

Hülsenfrüchtler

Blütenfarbe

Rot, Rotviolett

HÖHE

10 – 40 cm

Hauptblütezeit

Mai – September

PFlanzenart

meist ausdauernde krautige Pflanze, selten ein- oder zweijährig

Standort

bevorzugt sonnig, nährstoffreich, frisch

Duft

leicht nach Nektar duftend

Vorbereitung

Für den Frischverzehr werden die roten Einzelblüten ausgezupft und alle Grünteile entfernt. Für die Zubereitung von Tee und dem traditionellen Klee-Wein und -Likör werden die ganzen Blütenköpfe verwendet, wenn vorhanden frisch, sonst getrocknet.

Geschmack und kulinarische Verwendung des Klee

Der Geschmack von Kleeblüten wird als „erbsenähnlich“ beschrieben, durch den Nektar ist er auch leicht süßlich. Auf jeden Fall haben die Blüten „Biss“ und sind so eine spannende Zutat in (Salat-)saucen. Sie können dekorativ über Salate, Kräuter- und Gemüsesuppen, Sandwiches und Fruchtdesserts gestreut oder in Butter, Frischkäse und Dips eingerührt werden. Auch machen sie sich in Eiswürfeln gut. Ganze Blütenköpfe können süß-sauer eingelegt werden und so als Beigabe zu Gemüse und Käse dienen.

Varietäten für die Küche

Der Weiß-Klee (Trifolium repens) kann gleichermaßen in der Küche verwendet werden wie der Rotklee. Auch die frischen Blüten des Wald-Sauerklees (Oxalis acetosella), der nicht mit dem Rotklee verwandt ist, sind mit ihrem erfrischend säuerlichen Geschmack in Maßen essbar.

Weitere Blütenporträts finden Sie in unserem Buch “Blütendinner – Besondere Menüs mit essbaren Blumen”

Veröffentlicht am

Rose – Essbare Blüten im Porträt

Rose

Rose (Rosa)

Familie ROSENGEWÄCHSE

Rosengewächse

Blütenfarbe

Rosa bis Dunkelrot, Weiß, selten Gelb, Orange oder Violett

Hauptblütezeit

einmalblühende Rosen von Mai bis Juni, öfterblühende bis Oktober

Duft

duftlose bis stark duftende Blüten

Vorbereitung

Die Blüten pflücken, kurz nachdem sie sich geöffnet haben. Bei gefüllten Rosenblüten am besten alle Blütenblätter mit einer Kreisbewegung von den Kelchblättern drehen. Falls der weiße Ansatz bitter schmecken sollte, kann er so mit einem Schnitt von allen Blütenblättern entfernt werden. Die Blütenblätter und -knospen können getrocknet werden. Vor allem aus der Damaszena-Rose wird ätherisches Öl und Rosenblütenwasser gewonnen.

Geschmack und kulinarische Verwendung der ROSE

Duftrosenblüten mit ihrem blumigen Duft und Geschmack eignen sich bestens zum Aromatisieren von Likör, Honig, Zucker, Konfitüren, Gelees, Sirup, Essig, Butter und Tee. Sie sind frisch wunderschön in Bowlen, auf Salate, Suppen und süßen sowie pikanten Speisen. Verzuckert dekorieren sie Desserts, Pralinen, Gebäck und Torten. Getrocknet behalten sie ihr Aroma und dienen auch so zum Aromatisieren oder als geschmacksgebende Zutat in Gewürzmischungen und Tee. Rosenblütenwasser wird traditionell vor allem im Orient und in Indien zum Verfeinern von Getränken, Süßspeisen und Gebäck verwendet.

Varietäten für die Küche

Ausnahmslos alle unbehandelten Rosenblüten sind essbar, Aroma und Geschmack sind jedoch recht unterschiedlich. Als Faustregel gilt: Je intensiver der Duft einer Rose, desto besser schmecken ihre Blüten. Besonders empfehlenswert für die Küche sind Rosa damascena, R. centifolia, R. gallica und duftende Wildrosen, wie R. canina und R. rugosa.

Weitere Blütenporträts finden Sie in unserem Buch “Blütendinner – Besondere Menüs mit essbaren Blumen”

Veröffentlicht am

Flockenblumen – Essbare Blüten im Porträt

Flockenblumen

Flockenblumen (Centaurea)

Familie Flockenblumen

Kornblütler

Blütenfarbe

Weiß, Gelb, Rosa, Pink, Violett und Blau

Hauptblütezeit

von Mai bis Oktober

Duft

bevorzugt sonnig, nährstoffreich, durchlässig

Duft

kein Duft

Vorbereitung

Vor dem Verzehr werden die Blütenblättchen vorsichtig ausgezupft.

Geschmack und kulinarische Verwendung der FLOCKENBLUME

Die bunten Blüten haben keinen ausgeprägten Eigengeschmack. Flockenblumen eignen sich frisch als essbare Dekoration auf Süßspeisen, Salaten, Suppen, Kartoffel-, Gemüse-, Fisch- und Fleischgerichten. Sehr schön sieht es aus, wenn man Frischkäsepralinen oder Butterkugeln in Glockenblumen wälzt. Getrocknet behalten die Blüten der Kornblumen ihre blaue Farbe und sind eine dekorative Beigabe in Tee-, Gewürz- und Kräutermischungen.

Varietäten für die Küche

Am bekanntesten unter den Flockenblumen ist die einjährige Kornblume (Centaurea cyanus) mit ihren blauen Blüten. Mehrjährig sind zum Beispiel Berg-Flockenblumen (C. montana), Wiesen-Flockenblumen (C. jacea) und Garten-Flockenblumen (C. delabata).

Weitere Blütenporträts finden Sie in unserem Buch “Blütendinner – Besondere Menüs mit essbaren Blumen”

 

Veröffentlicht am

Magnolie – Essbare Blüten im Porträt

Magnolie – essbare Blumen

Magnolie (Magnolia)

Familie

Magnoliengewächse

Blütenfarbe

Weiß, Rosa, Purpur, selten Gelb

Hauptblütezeit

je nach Sorte von März (Stern-Magnolie) bis Juni (Sommer-Magnolie)

Duft

angenehm blumiger Duft

Vorbereitung

Die einzelnen Blütenblätter werden kurz vor dem Verzehr ausgezupft.

Geschmack und kulinarische Verwendung der Magnolie

Magnolienblüten haben je nach Sorte einen mehr oder weniger ausgeprägten, blumig-fruchtigen oder auch blumig-würzigen Geschmack. Die meist großen, eleganten Blütenblätter dekorieren sowohl süße als auch pikante Gerichte. Verzuckert verleihen vor allem die rosafarbenen Sorten Desserts und Torten etwas ganz Besonderes. Zum Verzuckern dem Eiweiß etwas Zitronensaft beigeben, damit sie sich nicht bräunlich verfärben.

Varietäten für die Küche

Die dickfleischigen Blüten der Tulpen-Magnolie (Magnolia x soulangeana), die von März bis April blüht, sind am aromatischten. Vorher schenkt uns die eher kleinwüchsige Stern-Magnolie (M. stellata) ihre strahlend weißen Blüten. Noch nicht so bekannt ist die Sommer-Magnolie (M. sieboldii), die mit eleganten, duftenden Schalenblüten aufwartet.

Weitere Blütenporträts finden Sie in unserem Buch “Blütendinner – Besondere Menüs mit essbaren Blumen”

 

Veröffentlicht am

Kamelie – Essbare Blüten im Porträt

Kamelie – essbare Blumen

Kamelie (Camellia)

Familie

Teestrauchgewächse

Blütenfarbe

Weiß, Rosa und Rot mit auffallend gelben Staubgefäßen

Hauptblütezeit

Japan-Kamelien (Camellia japonica) von Februar bis Mai, Herbstblühende Kamelien (Camellia sasanqua) ab September

Duft

einige Sorten der Kamelie duften, die meisten leider nicht

Vorbereitung

Die Blütenblätter der Kamelie werden einzeln ausgezupft.

Geschmack und kulinarische Verwendung der Kamelie

Die einzelnen Sorten und Arten riechen und schmecken sehr unterschiedlich, hier ist es wichtig die Blüten vorher zu probieren. Duftende Kamelien verfeinern mit ihrem Aroma sowohl herzhafte wie auch süße Gerichte. Sie verleihen Salaten, Gemüse-, Reis- und Fleischgerichten ebenso eine aparte Note wie Desserts und Gebäck. In Japan wird Fisch im Kameliendampf gegart und die Blüten werden frittiert. Sie eignen sich außerdem zum Aromatisieren von Sirup, Essig und Sahne.

Varietäten für die Küche

Die rosa Blütenblätter der beiden winterharten Sorten ‘Dagmar Berghoff’ und ‘Loki Schmidt’ schmecken lecker und sehen bezaubernd aus. Duftende Blüten haben C. japonica ‘Kramer´s Supreme’, die Hybriden ‘Duftglöckchen’, Souza´s Pavlova’ und ‘Sweet Emely Kate’ sowie die Herbstblühenden Kamelien ‘Gay’, ‘Hina Juki’ und ‘New Dawn’. Generell duften kleinere und unscheinbare Blüten stärker als große und dunkel gefärbte.

Weitere Blütenporträts finden Sie in unserem Buch “Blütendinner – Besondere Menüs mit essbaren Blumen”

 

Veröffentlicht am

“Blütendinner” Kochbuch mit Extrateil Blütenwissen

Blütendinner Kochbuch

Oh, wie haben ich auf diesen Tag hingefiebert: Mein neues Buch „Blütendinner – Besondere Menüs mit essbaren Blüten” (Amazon oder direkt beim Verlag erhältlich oder hier bei von Blythen) ist endlich erschienen. 

„Die Entdeckung eines neuen Gerichts macht die Menschen glücklicher als die Entdeckung eines neuen Sterns.“

Diesem Zitat von Jean Anthelme Brillat-Savarin, einem vor zweihundert Jahren lebenden französischen Feinschmecker, kann ich nur zustimmen, und die Blütenküche ist wie geschaffen dafür. Sie bietet neben ihrer beeindruckenden Optik ungeahnte Möglichkeiten, Speisen zu verfeinern und neue Geschmackserfahrungen zu erleben. Blüten in der Küche zu verwenden, heißt, alle unsere Sinne zu verwöhnen – ihre Schönheit, ihr Duft und ihr Geschmack sprechen unsere Augen, unsere Nase und auch unseren Gaumen an. Genießen Sie (und Ihre Gäste) ein beeindruckendes Blüten-Dinner mit außergewöhnlichen Speisen und Getränken, verfeinert mit Blüten voller Duft & Aroma.

Gehen Sie mit mir durch einen bunten Garten voller essbarer Blüten. Erfahren Sie, wie die einzelnen Blüten duften und schmecken, wie sie in der Küche eingesetzt werden können und wie Sie ihr Aroma „einfangen“ und konservieren können, um auch im Winter in den Genuss von Rosen, Lavendel und Jasmin zu kommen. Lassen Sie sich von ihrer traditionellen Verwendung erzählen und haben Sie an meinem persönlichen Erfahrungsschatz teil.

Herzlichst
Ihre Martina Göldner-Kabitzsch

 

Veröffentlicht am

Essbare Blüten – Einführung und Verwendung

Essbare Blüten

Wenn wir von Blumen und Blüten sprechen, so denken die Menschen zuerst an die Blumenpracht im Garten oder an einen schönen Strauß in der Vase. Dabei ist in Vergessenheit geraten, dass die meisten Blüten essbare Blüten sind und wie sie in der Küche verwendet werden können. So erging es auch mir, bis ich 2001 in Südfrankreich Urlaub machte.

Ich war schon öfter am Mittelmeer, doch dieses Mal war es anders. Die verschwenderische Fülle und der betörende Duft der Blüten in der Natur und in den Gärten beeindruckten und faszinierten mich sehr. Auf den Märkten wurden viele regionale Spezialitäten aus eben diesen essbaren Blüten angeboten und schmeckten köstlich. Hinzu kam die französische Lebensart und ihre Gabe, aus einem »einfachen« Gericht – hier war es eine Lauchtarte mit Lavendel – etwas ganz Besonderes zu machen.

Ich habe schon immer gern gebacken und gekocht, aber noch nie mit essbaren Blüten. Einige Jahre zuvor hatte ich mich mit einer kleinen Manufaktur selbstständig gemacht und stellte Liköre nach traditionellen Rezepten her. In meinen alten Kochbüchern aus dem 19. Jahrhundert, das wusste ich, gab es einige Rezepte mit essbaren Blüten, aber ich hatte mich bisher noch nicht daran gewagt. Man verwendete damals Veilchen, Rosen, Lavendel, Nelken und viele andere essbare Blumen mehr in der Küche.
Mit einem neuen französischen Kochbuch und einigen getrockneten essbaren Blüten im Gepäck machte ich mich auf den Weg nach Hause in meine Küche. Zuerst probierte ich natürlich Blütenliköre, dann Blütenzucker und Blütengelees aus. Meine Neugier/Leidenschaft war geweckt und ich beschäftigte mich intensiver mit der Blütenküche bzw. mit essbaren Blüten. Und zwar nicht nur mit der »süßen«, sondern auch mit der »herzhaften« Variante. Ich fand viele Rezepte, die ihre Wurzeln in der Vergangenheit hatten, aber auch viele aus anderen Kulturen. Doch jedes Mal bescherten sie mir ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis.
Ich erfuhr, welche Blüten essbar sind und wie man sie in der Küche verwenden kann. Mir ging es dabei nicht um die Dekoration von Speisen mit ein paar hübschen Blüten, sondern ich wollte mit den einzigartigen Aromen arbeiten und experimentieren und so einem Gericht eine besondere Note verleihen.
Vor drei Jahren legte ich einen »essbaren« Blütengarten an, der mittlerweile auch die frischen Zutaten für meine Blütenkochkurse liefert. Denn während die Kräuterküche in aller Munde ist und heute mit den exotischsten Gewürzen gekocht wird, steckt die Blütenküche noch in den Kinderschuhen. Viele Kursteilnehmer haben Blumen im Garten und ahnen nicht im entferntesten, dass sie essbar sind und welchen Genuss sie bereiten können. Oder kennen Sie den feinen Geschmack von Magnolien oder Jasmin? Haben Sie schon einmal Taglilien oder Chrysanthemen probiert? Ein Versuch lohnt sich auf jeden Fall. Dabei ist die Blütenküche sicher keine neue Modeerscheinung, sondern eine jahrhundertealte kulinarische Tradition. Es besteht kein Zweifel, dass essbare Blüten auch hier bei uns in Europa früher regelmäßig verwendet wurden und zum Küchenalltag gehörten. Diverse schriftliche Aufzeichnungen und Kochbücher aus dem 16. und 17. Jahrhundert, vor allem aus England, belegen dies.

Mit meinem Wissen, meinen Rezepten und Büchern möchte ich all diejenigen, die gern kochen und Freude am sinnlichen Lebensgenuss haben, in die Geheimnisse der Blütenküche einweihen. Die in meinen Büchern und auf dieser Webseite vorgestellten Menüs versprechen ganz besondere Gaumenfreuden und sind eine Quelle der Inspiration, unabhängig davon, ob Sie ein komplettes Menü zubereiten möchten oder nur einzelne Komponenten daraus. Alle Rezepte, so ausgefallen sie auch sein mögen, sind leicht nachkochbar. Darüber hinaus gibt es Basisanleitungen in die Blütenküche« mit Rezepten für Ihre Vorratsküche und als Grundlage für die Rezepte und Menüs. Lavendelhonig, Rosenzucker und Blütenessig sind nur einige davon. Wo immer es möglich ist, gebe ich an, wie man anstelle von frischen Blüten, die nicht jedem zur Verfügung stehen, auf getrocknete Blüten zurückgreifen kann.

Kommen Sie mit auf einen kleinen Ausflug in die »Entstehungsgeschichte« der jeweiligen Blüte und ihre traditionelle Verwendung in der Küche. Regelmäßig stelle ich Ihnen einzelne essbare Blüten im Porträt vor, schauen Sie dafüreinfach immer wieder auf der Seite Liste essbarer Blüten nach.
Bei meiner Recherche zu den essbaren Blüten lernte ich diese Geschichten aus der antiken Mythologie kennen und lieben und ich möchte Sie Ihnen zur Einstimmung in die Welt der essbaren nicht vorenthalten. Auf dieser Webseite und bei uns auf Instagram und Facebook findet der passionierte Hobbygärtner regelmäßig Tipps für den Anbau der Pflanzen im Garten und die geeigneten Sorten für die Küche.

Vielleicht haben auch Sie Lust mit uns in den Austausch zu treten oder mit uns wunderschöne Fotos zu teilen, welche die Schönheit der Blüten im Detail zeigen und Lust machen, sie in die Küche zu holen.
Ich möchte Sie nun einladen, mir in die faszinierende Welt der essbaren Blüten zu folgen. Vom Duft und Aroma berührt, kommt man ins Schwärmen und wird regelrecht verzaubert. Probieren Sie die Rezepte aus. Zu Beginn halten Sie sich vielleicht an meine Vorgaben, doch wenn die Leidenschaft Sie packt, entdecken Sie, dass es sehr viel mehr Spaß bereitet, ein Rezept nach eigenen Ideen und Vorlieben zu verändern und ihm so etwas ganz Persönliches zu verleihen.Denn essbare Blüten in der Küche verwöhnen all unsere Sinne, ihre Schönheit, ihr Duft und ihr Geschmack sprechen unsere Augen, unsere Nase und unseren Gaumen an.
Vielleicht ahnen Sie ja bereits, welche kulinarischen Entdeckungen die Blütenküche für Sie bereit hält …

Seien Sie bereit für neue Geschmackserlebnisse
Ich hoffe, es ist mir gelungen, Sie neugierig zu machen auf all die unbekannten und faszinierenden Geschmackserlebnisse, die essbare Blüten Ihnen bieten können. Doch bevor Sie zur Tat schreiten, möchte ich Ihnen noch ein paar Grundlagen mit auf den Weg geben. Denn es gibt Einiges zu beachten, damit Ihre kulinarische Entdeckungsreise ein voller Erfolg wird.Auch möchte ich Ihnen einen Einblick in Rezepte wichtiger Basisprodukte vermitteln, in denen Sie das Aroma der Blüten im Sommer einfangen und so noch im Winter genießen können.

Blüten für die Küche vorbereiten
Blüten sind eine wundervolle Bereicherung für die Küche. Doch um sicher zu gehen, dass dieser Genuss auch Genuss bleibt, beachten Sie bitte Folgendes: Die meisten Blüten sind essbar. Doch versuchen Sie bitte nicht, mit Blüten zu experimentieren, von denen Sie nicht eindeutig wissen, dass sie genießbar sind. Ich habe eine Liste mit essbaren Blüten zusammengestellt, die zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, Ihnen aber helfen soll, in das Thema einzusteigen. Trotzdem: Sind Sie sich unsicher, verzehren Sie die jeweilige Pflanze nicht.
Achten Sie darauf, dass die Blüten nicht mit Chemikalien und Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden. Herkömmliche Pflanzen aus dem Blumenladen eignen sich daher nicht zum Verzehr. Einige Supermärkte und Gemüsegeschäfte bieten speziell essbare Blüten an. Am besten ist es natürlich, sie im eigenen Garten nach ökologischen Grundsätzen anzubauen. Bei Wildpflanzen, die in der Nähe von konventionell bewirtschafteten Feldern wachsen, müssen Sie jedoch auch damit rechnen, dass diese mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind. Auch staubige Blumen vom Wegesrand sind ungeeignet.
Es ist auch nicht auszuschließen, dass Blüten bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen können. Entfernen Sie deshalb Pollen tragende Pflanzenteile, wie Staubgefäße und Stempel. Da Blüten aber nur gelegentlich und in kleinen Mengen auf dem Teller landen, sind Nebenwirkungen eher selten.

Frisch auf den Tisch
Blüten sind sehr empfindlich. Damit sie nicht verwelken, ist es ratsam, die Blumen erst unmittelbar vor der Verwendung zu pflücken. Am besten pflückt man essbare Blüten übrigens vormittags, wenn der Tau abgetrocknet ist und bevor die Sonne zu sehr scheint, da sich sonst die ätherischen Öle verflüchtigen. Duft und Aroma sind am intensivsten bei Blüten, die sich gerade erst geöffnet haben. Um versteckte Insekten loszuwerden, sollten Sie die ganzen Blüten kopfüber ausschütteln bzw. absuchen. Sie können die Blumen, wenn nötig, auch vorsichtig in kaltem Wasser abwaschen und anschließend trocken tupfen. Falls Sie nur die Blütenblätter verwenden möchten, sollten Sie diese erst direkt vor dem Servieren auszupfen. Ganze Blüten lassen sich in einer Schale mit Wasser einige Stunden frisch halten. Auf jeden Fall sollten Sie vor der Verwendung die Stiele und die grünen Kelchblätter entfernen, wenn möglich auch Staubgefäße und Stempel. Essbare Blüten von Phlox, Schlüsselblume, Ochsenzunge und Salbei lassen sich leicht vom Kelch abziehen, ohne dass die Blütenblätter beschädigt werden oder gar auseinander fallen. Bei anderen Blüten, wie zum Beispiel bei Stiefmütterchen, hat man oft die Blütenblätter einzeln in der Hand. Stockrosen lassen sich schwer vom Kelch abziehen, man schneidet oder zupft deshalb einfach die Blütenblätter ab. Rosenblüten dreht man am besten im Ganzen vom Kelch ab. Bei Ringelblumen, Gänseblümchen und Sonnenblumen können Sie die Blütenblättchen mühelos abziehen. Rosen und Nelken haben an der Basis der Blütenblätter einen weißen Ansatz, der bitter schmecken kann. Man schneidet ihn deshalb am besten mit einer kleinen Schere ab.

Essbare Blüten trocknen
Wenn in den Sommermonaten die Pflanzen in Hülle und Fülle blühen, ist dies eine gute Gelegenheit, für den Winter vorzusorgen. Die meisten Blüten lassen sich ohne Probleme trocknen. Dazu werden unbeschädigte Blüten auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung an warmen Tagen gepflückt, wenn der Tau gerade abgetrocknet ist.
Die leichteste Art, essbare Blüten zu trocknen, ist, sie locker gebündelt an den Stängeln kopfüber aufzuhängen. Dazu eignen sich warme, gut durchlüftete, möglichst dunkle Räume wie Dielen oder Dachböden. Die Blüten auf ein Gitter oder einen dünnen Gazestoff aufzulegen und so zu trocknen, ist ebenfalls gut möglich.
Sie können essbaren Blüten aber auch in der warmen Küche trocknen oder auf niedrigster Stufe im Backofen. Die Backofentür muss einen Spalt offen bleiben, damit die Feuchtigkeit abziehen kann. Die Trockentemperatur darf 35 Grad Celsius nicht übersteigen, da sonst die ätherischen Öle verfliegen. Wenn die essbaren Blüten rascheltrocken sind, werden sie in fest schließenden Gläsern oder Dosen kühl, dunkel und trocken aufbewahrt. Innerhalb eines Jahres sollten sie verbraucht werden. Wenn Sie getrocknete Blüten bei der Zubereitung eines Rezeptes nehmen, genügt die Hälfte der Menge, die Sie bei frischen Blüten verwenden würden.

Essbare Blüten in Gelees, Konfitüren und Honigen
Der in Gelees, Konfitüren und Honigen eingefangene Duft von Blüten verzaubert an Sommer- wie an Wintertagen, sowohl zum Frühstück als auch zum Nachmittagstee, unsere Sinne. Genießen Sie die Blütenaufstriche auf Croissants, Baguettes oder Vollkornbrot. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. In unserem digitalen Kochbuch finden ein paar Anregungen und die Grundrezepte mit auf den Weg geben. Doch schon bald werden Sie vielleicht entdecken, dass es sehr viel mehr Spaß macht, ein Rezept nach eigenen Ideen zu verändern und ihm so etwas ganz Persönliches zu verleihen.

Blütengelee
Für ein Rosengelee zum Beispiel benötigen Sie eine relativ große Menge an Rosenblüten. Vielleicht fällt es Ihnen schwer, die Duftrosen in Ihrem Garten zu pflücken. Doch wenn Sie am Ende auch nur ein oder zwei Gläser köstliches Rosengelee erhalten, die Sie mit Stolz und besonderer Freude genießen, hat sich das Opfer gelohnt.
Falls Sie keinen Garten haben, können Sie auf getrocknete Blüten in Bio-Qualität zurückgreifen, in den Rezepten habe ich die abweichenden Mengen mit vermerkt. Sie müssen auch beachten, dass die verschiedenen Blüten unterschiedlich stark im Aroma sind. Für ein Lavendelgelee benötigen sie z. B. weniger Blüten als für ein Rosengelee.

Blütenkonfitüre
Duftende Blüten und sonnengereifte Früchte bilden eine unschlagbare Kombination für außergewöhnliche Konfitüren. Auch hier gibt es wieder viele Variationsmöglichkeiten:
Himbeeren mit Rosenblüten, Heidelbeeren mit Veilchen, Kirschen mit Jasminblüten, Brombeeren mit Holunderblüten oder Erdbeeren mit Lavendel. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf! Kochen Sie Ihre Lieblingskonfitüre und geben Sie frische oder getrocknete Blüten hinzu.

Blütenhonig
Blütenhonige kann man nicht nur als Brotaufstrich und zum Süßen von Tee verwenden, sie eignen sich auch hervorragend zum Würzen und Marinieren in der herzhaften Blütenküche. Es gibt viele Verwendungsmöglichkeiten, z. B. in Salatsaucen, über gratiniertem Ziegenkäse oder auf Früchtetartes.

Essbare Blüten in Getränken
»Blüten träumen in Getränken«, diese Vorstellung finde ich sehr passend. Es sieht wunderschön aus, wie die Blüten langsam ihre Farbe an die Flüssigkeit um sie herum abgeben. Aber es ist ja nicht nur die Farbe, sondern vor allem auch ihr Aroma. Seit ewigen Zeiten stellt man Blütenauszüge her und erhält ganz unterschiedliche Getränke, je nachdem, ob man die essbaren Blüten mit Wasser aufgießt für Tee, Limonade oder Sirup oder sie in Alkohol ziehen lässt für Liköre oder Elixiere. Auch kann man Wein und Branntwein mit essbaren Blüten aromatisieren und hält so für jede Gelegenheit das richtige Getränk bereit.
Beide vorgestellten Getränke, sowohl der Sirup als auch der Likör, eignen sich hervorragend als Basis für eine duftende Bowle mit Blüten und/oder Früchten.
Werden Sie kreativ!
Sehr erfrischend an heißen Sommertagen ist zum Beispiel mit Mineralwasser aufgegossener Holunderblütensirup. Er lässt sich aber auch sonst sehr vielseitig verwenden: als aromatische Zutat in Sekt oder Champagner, zur Geschmacksverfeinerung in Sorbets, Obstsalaten oder anderen Desserts, im Winter mit heißem Wasser aufgegossen als »Erkältungstee« …
Sirup kann man aus den unterschiedlichsten essbaren Blüten herstellen. Versuchen Sie doch einmal Rosensirup, Veilchensirup oder Lavendelsirup, Hibiskussirup (hier am besten die getrockneten Hibiscus sabdariffa-Blüten verwenden) oder Sirup aus Duftpelargonienblättern.

Essbare Blüten in Zucker
Essbare Blüten können nicht nur umwerfend duften, sondern auch hinreißend schmecken. Besonders, wenn sie verzuckert werden, denn Zucker verstärkt ihr feines Aroma. Auf diese Weise konservierte Blüten sind wahre Köstlichkeiten und sehen wunderschön aus.
Das Verzuckern von essbaren Blüten erfordert vor allem Geduld, ist aber nicht so schwierig, wie es vielleicht aussehen mag. Geeignet sind fast alle essbaren Blüten, besonders aromatisch und dekorativ sind aber Veilchen, Rosen, Nelken und Magnolien.
Die einfachste Methode, essbare Blüten zu verzuckern, ist die Verwendung von Eiweiß und Zucker. Kleinere Blüten können im Ganzen verzuckert werden, bei größeren ist es oft besser, nur einzelne Blütenblätter zu verzuckern, doch lassen sich mit etwas Geduld auch die ganzen Blüten so behandeln.
Kandierte Veilchen sind aus der Patisserie nicht mehr wegzudenken, aber sie verzaubern auch cremige Desserts und Obstsalate. Kandierte Blüten Früher hat man die Blüten oft kandiert, das heißt, sie in einen heißen Sirup getaucht. So »präparierte« Blüten halten sich etwas länger. Das Aroma süßer Blüten lässt sich auch durch die Herstellung von Blütenzucker einfangen. Je stärker der Duft der Blüten, umso aromatischer das Ergebnis. Blütenzucker kann man über Obstsalat, Gebäck oder Joghurt streuen. Sie können damit auch Tee oder Sahne süßen.

Blüten in Eis
Eis ist keine Erfindung unserer Tage. Bereits vor über 3000 Jahren stellten die Chinesen Speiseeis aus einer Mixtur von Schnee, Milch und Fruchtsäften her. Auch die alten Griechen verstanden es, Schnee vom Olymp mit Honig, Fruchtsäften und Wein zu verfeinern. Heute haben wir es bedeutend einfacher: In fast jedem Haushalt befindet sich ein Tiefkühlgerät und oftmals sogar eine kleine Eismaschine. Der Kreativität sind dabei keinerlei Grenzen gesetzt. Besonders reizvoll sind in Eis konservierte essbare Blüten. Auf diese Weise verzierte Eiswürfel lassen leichte, fruchtige Sommergetränke mit oder ohne Alkohol dekorativ erblühen. Sie können aber auch als Blickfang in einer gekühlten Suppe dienen. Die Auswahl geeigneter Blüten ist groß, wie zum Beispiel alle Arten von Duftpelargonien, Zwergrosen, Borretsch, Nelken, Nachtviolen und Veilchen. Besonders schön wirken Blüten mit außergewöhnlichen Formen.

Essbare Blüten verzaubern Vorspeisen und träumen in Getränken.
Sie bereichern herzhafte Hauptgerichte und entfalten ihr dezentes Aroma in delikaten Desserts. Die Möglichkeiten, ihnen ungekannte Genüsse zu entlocken, scheinen unerschöpflich. Probieren Sie es aus!

Veröffentlicht am

Neuerscheinung Buch “Blütendinner”

Blütendinner Martina Göldner-Kabitzsch

EDLE MENÜS FÜR ALLE SINNE!

Martina Göldner-Kabitzsch “Blüten-Dinner – Besondere Menüs mit essbaren Blumen” – Sie können das neue Buch bereits vorbestellen.

Ich bin stolz und glücklich, dass am 18. Februar mein neues Buch “Blütendinner” erscheint. Monatelang haben wir an neuen Rezepten getüftelt, fotografiert und Blütencharaktere zusammengestellt.

“Die Entdeckung eines neuen Gerichts
macht die Menschen glücklicher
als die Entdeckung einen neuen Sterns.”

 

Neben einzigartigen Menüs werden die 50 wichtigsten essbaren Blüten portraitiert und erläutert. Erfahren Sie, wie die einzelnen Blüten duften und schmecken, wie sie in der Küche eingesetzt werden können und wie Sie ihr Aroma „einfangen“ und konservieren können, um das ganze Jahr über in den Genuss von Rosen, Lavendel, Taglilie und Jasmin zu kommen.

Blüten in der Küche zu verwenden, heißt, mit ihrer Schönheit, ihrem Duft und ihrem Geschmack alle unsere Sinne anzusprechen. Ich nehme Sie mit auf eine Entdeckungsreise durch einen bunten Garten voller essbarer Blüten. Erfahren Sie, wie die einzelnen Blüten duften und schmecken, wie sie in der Küche eingesetzt werden können und wie Sie ihr Aroma „einfangen“ und konservieren können, um das ganze Jahr über in den Genuss von Rosen, Lavendel, Taglilie und Jasmin zu kommen. Edle Menüs voller Duft und Aroma laden dazu ein, Ihre Gäste mit einem ganz besonderen Dinner zu verwöhnen.

Und vorab möchten wir Ihnen schon ein paar kleine Einblicke in das neue Buch “Blütendinner”  geben:

Buch “Blütendinner” jetzt bestellen.

Veröffentlicht am

Dahlien – Guter Geschmack und Eleganz

Dahlien essbar

Keine andere Blume zeigt einen solchen Reichtum an Blütenformen. Dahlien schmücken sich mit liebreizenden, kleinen Blütenbällen wie die der Pompon-Dahlien oder auch mit riesengroßen, dekorativen Blüten.

Guter Geschmack und Eleganz
Rote Rosen, weiße Rosen,
Primeln, Tulpen und Narzissen,
Dahlien von hundert Farben
Sah ich durcheinander sprießen!
Purpur, Gold, Azur und Silber
Flimmerten in Wechseltönen,
Lila, Rosa, heitres Meergrün
Mussten Glanz mit Glanz versöhnen!
Gottfried Keller (1819–1890)

Da Dahlien mit so vielen unterschiedlichen Erscheinungsformen und einer unerschöpflichen Farbenvielfalt begeistern, fällt es leicht, den fehlenden Duft zu verzeihen.
Ursprünglich stammt die Dahlie aus Mexiko, dem Reich der Azteken. Die Azteken nutzten den Knollensaft von Dahlien als Heilmittel und behandelten damit Blähungen und Magenbeschwerden, aber auch Verletzungen und Knochenbrüche. Inzwischen ist pharmakologisch nachgewiesen, dass Dahlienknollen Benzoesäure enthalten und deshalb antibiotisch wirksam sind. Zugleich waren Dahlienknollen aufgrund ihres hohen Stärkegehalts ein wertvolles Nahrungsmittel für die Indianer. Geringe Mengen an Vanillin und andere ätherische Öle sorgten für einen angenehmen Geschmack. Allerdings sind Dahlienknollen wegen ihres hohen Insulingehalts nur in geringen Mengen zum Verzehr geeignet.

essbare Dahlienblüten

Über die traditionelle Verwendung von Dahlienblüten ist wenig bekannt. Dafür eroberten Dahlienblüten in den letzten Jahren die Herzen zahlreicher kreativer Köche. Die Blüten schmecken würzig-säuerlich, manchmal leicht bitter. Eine Beigabe von etwas Zucker mildert den Geschmack. Vor allem als Salat zubereitet sind sie eine echte Delikatesse.
Aber auch Suppen, Saucen und Gelees lassen sich mit Dahlienblüten verfeinern. Wie fast alle Blüten eignen sich Dahlienblüten auch zum Aromatisieren von Spirituosen.

Empfehlenswerte Sorten für die Küche Da sie über keinen aromatischen Duft verfügen, können
wir uns bei den Dahlien nicht von der Nase leiten lassen. Es gibt einige Wildformen, die leicht nach Honig duften wie beispielsweise die Dahlie ›Nagels odorant‹. Züchter sind um den Erhalt solcher Sorten bemüht und versuchen sich an Neuzüchtungen duftender Dahlien. So bietet der Hamburger Dahliengarten exklusiv die gelb blühende Dahlie ›Heini‹, die ebenfalls Honigduft verströmt. Jedoch sind alle Dahlien essbar.
Wählen sie also einfach diejenigen aus, die ihnen am besten gefallen, wobei der Geschmack dunkelfarbiger Dahlien kräftiger ist der von Dahlien mit hellen Blüten.

Probieren Sie einmal unsere Dahlien-Rezepte:

https://www.von-blythen.de/dahlien-syllabub/
https://www.von-blythen.de/zanderfilet-an-dahlienschaum-mit-roesti/

Veröffentlicht am

Duftveilchen – ein Rezeptvorschlag für den Frühling

Wenn wir an den Frühling denken oder er bereits sein blaues Band spannt, kommt uns unweigerlich ein heimlicher Blütenstar dieser wunderschönen Jahreszeit in den Sinn: Das Duftveilchen. In unserem Blütengarten zeigen sie sich bereits im März und sind jetzt immer noch in voller Blüte.
Veilchenblüten duften nicht nur entzückend, sie schmecken auch vorzüglich. Sowohl roh als auch konserviert sind die zarten Märzveilchen ausgesprochen köstlich. Roh sind sie eine beliebte Beigabe zum Salat, kandiert oder verzuckert bereichern sie vor allem Süßspeisen und Desserts. Werden Veilchenblüten getrocknet, bewahren sie sowohl ihre Farbe als auch ihren charakteristischen Duft. Es lohnt sich auf jeden Fall, ihr Aroma für den Rest des Jahres einzufangen.

Probieren Sie doch mal eine heiße Schokolade mit Veilchen:
Die Kombination aus heißer, zartbitterer Schokolade, kühler, süßer Sahne und duftenden Veilchen ist unvergleichlich.

1 L Vollmilch
200 Gramm dunkle Schokolade
2 EL Veilchensirup
100 ML Sahne
nach Bedarf verzuckerte Veilchenblüten

Die Milch in einen Topf geben und erwärmen. Die Schokolade zerbröckeln und in die heiße Milch geben. Unter Rühren schmelzen lassen. Den Sirup oder Likör zufügen und nochmals kurz vors Kochen bringen. In vorgewärmte Tassen füllen und die steifgeschlagene Sahne als Haube auf die heiße Schokolade setzen. Mit den verzuckerten Veilchen dekorieren und sofort servieren.

Das Rezept stammt aus dem Kochbuch “Blütenmenüs – der Garten bittet zu Tisch”